In post we trust

Nein, mit “post“ ist nicht “die Post” sondern “post production” gemeint, konkret die digitale Nachbearbeitung von Bildern.

So ziemlich alles, was wir heutzutage in Fotografie und Film zu sehen bekommen, wurde irgendwie nachbearbeitet. Ich tue das auch und vor allem bei meinen Portraits, sehr gerne. In der Nachbearbeitung kann man aus einem Foto noch jede Menge herausholen und man kann störende Imperfektionen beseitigen oder abschwächen. Für die Bearbeitung und Konvertierung der RAW-Daten meiner Nikon Z7 nutze ich Capture One. Wenn dessen Möglichkeiten einmal nicht mehr ausreichen, arbeite ich in Affinity Photo weiter.

Natürlich sollte man so viel wie möglich bereits bei der Aufnahme richtig machen, also Bildausschnitt, Belichtung, vor allem Perspektive und Posing, denn die sind nachträglich (fast) nicht zu korrigieren. Ausserdem es hilft sehr, wenn das Setup stimmt und das Model gut vorbereitet ist, z.B. bei Outfit, Make-up, Frisur… Trotzdem ist es nicht ohne Weiteres möglich, einen ganz bestimmten Look direkt bei der Aufnahme und ohne Nachbearbeitung zu erzeugen. Die nachfolgenden Bilder sollen verdeutlichen, was ich in der digitalen Nachbearbeitung von Fotos erreichen kann:

Schritt 1: Die unbearbeitete Aufnahme, etwas spontan und im ziemlich warmen Studio entstanden. Aber: das Posing des Models ist klasse und ihr Blick ist super!

Schritt 1: Die unbearbeitete Aufnahme, etwas spontan und im ziemlich warmen Studio entstanden. Aber: das Posing des Models ist klasse und ihr Blick ist super!

Schritt 2: Dasselbe Foto nach Bearbeitung in Capture One. Der Look stimmt, das Bild sieht schon super aus, ist aber noch nicht ganz perfekt. Besonders die Glanzstellen im Gesicht stören noch.

Schritt 2: Dasselbe Foto nach Bearbeitung in Capture One. Der Look stimmt, das Bild sieht schon super aus, ist aber noch nicht ganz perfekt. Besonders die Glanzstellen im Gesicht stören noch.

Schritt 3: Finale Bearbeitung in Affinity Photo, perfekt!

Schritt 3: Finale Bearbeitung in Affinity Photo, perfekt!

Natürlich wäre es besser die Glanzstellen gar nicht erst entstehen zu lassen, aber das ist bei 30 Grad und nach einem ganzen Tag im Studio eben nicht so einfach. Wie das Model trotzdem mitgearbeitet hat, war absolut professionell und es hat mega Spass mit ihr gemacht.

Für die Nachbearbeitung habe ich vier bis fünf Stunden gebraucht, vor allem weil ich erst einmal herausfinden musste, was ich aus dem Bild machen kann. Aber bei diesem Foto wollte ich es einfach wissen. Da dies hier kein Tutorial in digitaler Bildbearbeitung ist, folgt nur eine kurze Zusammenstellung der wichtigsten Korrekturen, um den Aufwand und die Möglichkeiten zu verdeutlichen.

In Capture One:

  • Bild beschnitten und leicht gedreht

  • Belichtungseinstellungen angepasst

  • Störungen im Hintergrund und an der Haut beseitigt

  • Allgemeine Farbeinstellungen sowie der Einstellung Hauttöne

  • Grad der Detailwiedergabe eingestellt

  • Vignette gesetzt

In Affinity Photo:

  • Letzte kleine Reparaturen am Hautbild

  • Glanzstellen ausgebessert

  • Lokales Abdunkeln und Aufhellen

  • Haut geglättet

Das fertige Bild habe ich “Streak of light on blonde” getauft und ich finde es klasse!

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In post we trust - Teil 2

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